Wortschatz

Störungen beim Aufbau des Wortschatzes (lexikalische Störungen) können den Wortschatzumfang und die Merkmale einzelner Worte betreffen.

Hierzu drei Beispiele:

- Wenn ein Kind oft "Dings" statt Nomen (Hund, Haus), "machen" statt Verben (gehen, laufen) oder "so" statt Adjektive (dick, alt) benutzt.

- Dem Kind fällt es schwer Wörter zu Oberbegriffen zuzuordnen: z.B. "Hund, Katze, Maus" sind "Tiere", "Mund und Nase" gehören zum "Gesicht"

- Dinge werden beschrieben: Z.B. "kalter Schrank" statt "Kühlschrank", das Kind sucht Wörter (Wortfindungsstörungen)

 

Oft fallen diese Kinder durch einen verspäteten Sprechbeginn auf ("Late Talker") und der Wortschatzspurt um den 2. Geburtstag setzt nicht ein (Meilenstein in der kindlichen Entwicklung: 2. Geburtstag: 50 Wörter und Zwei-Wort- Äußerungen wie z.B. "Auto haben").

 

Welche Ursachen haben Störungen des Wortschatzes?

Es handelt sich um Verarbeitungsstörungen und sind Teil einer Sprachentwicklungsstörung.

 

Wie wird eine Wortschatzstörung festgestellt?

- Erhebung des rezeptiven und produktiven Wortschatzes (Verstehen und selber Benennen)

- Bestimmung der Qualität der Wortbedeutungen (z.B. Verben, Nomen, Adjektive)

- Erkennen der Bedeutungsbeziehungen (Ober- und Unterbegriffe)

- Untersuchung der Wortfindungsstörung

Dies geschieht durch gezielte Tests und ein Spontanspracheprotokoll.

 

Therapieablauf

- Aufbau des aktiven (benennen) und passiven (verstehen) Wortschatzes

- Verwendung lexikalischer (Nomen und Verben) und funktionaler (z.B. Präpositionen) Wortarten

- Speicherung und Abruf von Wortbedeutungen

- Auslösen des Wortschatzspurtes

- Strategien zum Erschließen von Wortbedeutungen

- Eigeninitiative des Kindes fördern